Académie Mont-Réal

Die Ursprünge der „Academie Mont-Réal“ gehen auf den zweiten Generalmeister des Ordre Equestre du Saint-Sauveur du Mont-Réal, Fortun Garcés Cajal, zurück. Bereits unter seiner Regentschaft zwischen 1130 und 1136 bestand der Orden nicht nur aus kämpfenden Brüdern, sondern auch aus einer angegliederten Gruppe von Architekten, Ingenieuren, Ärzten, Wissenschaftlern und Künstlern. Diese Gruppe bildete den Grundstein der heutigen Akademie. Zu Zeiten des Ordens in Spanien war sie allerdings noch nicht eigenständig, sondern komplett in den Orden eingegliedert. Dies sollte auch nach dem Umzug des Ordens nach Lille vorerst so bleiben. Dennoch war der nichtkämpfende Teil des Ordens bereits zu dieser Zeit sehr bedeutend, da zu ihm so große Gelehrte wie Erasmus von Rotterdam und Paracelsus von Hohenheim gehörten.
Der Weg zur Herausgliederung der Akademie aus dem Orden begann im 19. Jahrhundert unter dem 62. Maitre General Comte Alaixit Girond de Saint-Amand.
Sein Motto war: „Die Wahrheit ist, dass es zwei Waffen gibt, die für die Zukunft von Wert sind: der Glaube und die Arbeit.“
Er war befreundet mit George Sand, welche die erste „Chevaleresse“ des Ordre Equestre du Saint-Sauverb du Mont-Réal war. Durch George Sand lernte Alaixit ihre Tochter Francoise Fabian kennen, die aus einer verborgenen Liebe zwischen George Sand und Jules Sandeau hervorging und die er später heiratete. Er und seine Frau führten den Orden durch ihre hervorragenden Kontakte in einem völlig neuen Verständnis. Nun hatte der Adel des Blutes keinen Vorrang mehr vor dem Adel des Geistes. Der Ritter war nun auch Künstler, der seine Ideen zum Ausdruck brachte, indem er bewies, das er mit seiner Arbeit, mit einem Instrument, einen Pinsel, einen Meißel oder mit Worten alles sagen kann was er will. Unter seiner Regentschaft, im späten 19. Jahrhundert, wurde der Ordre Eqestre du Saint-Sauveur du Mont-Réal durch viele Impulse der literarischen Gesellschaften Europas geprägt.

Die Zahl der „gelehrten Gesellschaften“ die in dieser Zeit entstanden ist groß, die wichtigsten sind „l‘académie francaise des arts“ geleitet von Victor Hugo (eines Gründungsmitglieds der Akademie und Ritters des OESSM), die „société des sauveteurs de Nice“ geleitet von Kommandant Féraud, „l‘ordre de Mélusine“ geleitet von der Prinzessin von Zypern etc.
Viele Ritter waren Mitglieder der verschiedenen „gelehrten Gesellschaften“. Und in dieser Zeit kam es zu einer Allianz zwischen der Familie Ragny und insbesondere mit dem Marquis Bourdin de Ragny, einem bekannten Intellektuellen und Nachkommen einer Familie aus der Nähe vom Mont-Réal, weshalb er sich auch „Marquis de Mont-Réal“ nannte, was ihm von Heinrich IV. gewährt wurde, und der Familie Guzman, Cousin des spanischen Zweiges der Familie Giron, die die Generalmeister und Beschützer des Ordens sind. Dieses Treffen fand im Rahmen eines literarischen Abends statt, der von „le Caveau“ organisiert wurde, welcher ein Teil des Ordens war. Es entwickelte sich sofort eine enge Freundschaft zwischen dem Generalmeister und dem Marquis de Ragny. Die Investitionen in Kunst und Literatur sowie in Krankenhäuser und Armen-Hilfswerke, die diese berühmte Familie unternahm, konnten dem Comte Alaixit nicht gleichgültig bleiben.
So ist es verständlich, dass beschlossen wurde, „l‘académie de mont réal“, eine der berühmtesten Gelehrtengesellschaften am Ende des 19. Jahrhunderts, zu gründen, dessen Rektor der Ritter Albert Mailhe – Commandeur der Montréaleser Commanderie Toulouse – wurde. Die Schirmherrschaft über die Akademie wurde dem Marquis de Ragny übertragen, dem dafür der Titel des Grand Maitre Es lettres des Ordre Equestre du Saint-Sauveur du Mont-Réal übertragen wurde.
Die neugegründete Akademie wuchs sofort zu einer beträchtlichen Größe heran und zählte unter der Leitung des Marquis de Ragny nicht weniger als 600 aktive Mitglieder, die eine monatliche Zeitschrift herausgaben und zwei Wettbewerbe pro Jahr organisierten.

An einem Tag im Jahre 1877 wurde die Gruppe der Künstler und Wissenschaftler des Ordre Equestre du Saint-Sauveur du Mont-Réal, die seit der Zeit des zweiten Generakmeisters bestand, als „Academie Mont-Réal“ ausgegründet und unser Bruder, der Marquis de Ragny, beauftragt, die Gründung der Académie de Mont-Réal zu vollziehen. Dies wurde mit einem großen Poesie-Wettbewerb der Académie de Mont-Réal in Toulouse mit Hilfe Albert Maihles realisiert. (Eine Order von M. Merlin, dem Präfekten von Haute Garonne, vom 10. März 1881, genehmigte die Gründung einer literarischen Gesellschaft mit dem Namen „Académie Mont-Réal“)
Das einzige Ziel dieser Akademie war es Kunst und Kultur zu verbreiten, durch die Förderung von Literatur und durch die Einladung von französischen und ausländischen Autoren zu poetischen Turnieren in ihrer jeweiligen Sprache.
Ihre Zielsetzung war es die Menschheit und ihre Wohltäter, den Fortschritt, berühmte Männer und schließlich das eigene Land und seine glorreiche Vergangenheit zu rühmen und zu feiern sowie zu seiner zukünftigen Größe beizutragen. So organisierte die Gesellschaft monatliche Wettbewerbe und einen Jahreswettbewerb.
Als Sprachen für die jährlichen Wettbewerbe wurden akzeptiert: Französisch, Englisch, Deutsch, Spanisch, Kastilisch, Italienisch und Portugiesisch. Als Preise wurden Palmen in Gold, Silber und Bronze, Ehrenurkunden und Glückwunschbriefe überreicht.
Zu den jährlichen Wettbewerben wurden die Mitglieder der Akademie sowie die Teilnehmer der monatlich dezentralisiert durchgeführten Wettbewerbe zugelassen, die die besten Beiträge geliefert hatten.
Um zu zeigen welche Resonanz die jährlichen Wettbewerbe erzielten, genügt es die Anzahl der offiziell eingesendeten Manuskripte zu erwähnen, die sich mit 865 auf die Französische und mit 269 auf die Ausländische Sektion verteilten.

Der Vorsitz über die Prüfungskommission wurde dem Commandeur Albert Maihle anvertraut. Er war ein bekannter Publizist, Mitglied mehrere wissenschaftlicher Gesellschaften, Autor zahlreicher Schriften und poetischer Werke. Er wurde in der Prüfungskommission unterstützt von: MM. Henri d‘André, ehemaliger Richter; Dr. C. Narbal; Marie José Lluch Diaz, Vizekonsul von Spanien; Victor Levere, Publizist; Adolphe Rivet, Professor für Literatur und Deklamation am Konservatorium; J.-N. Ela, ehemalige Erster Inspektor; Auguste Lafourcade, Direktor der Ecole Montaudran; Lucien Cazals, Direktor der Ecole Montaudran; Henri Pellegrin, Arzt; Edouard Moirand, Rechtsanwalt; Pierre Bacquié, ehemaliger Erster Inspektor; Migual und José dos Santos, Portugiesischlehrer.
Als Emblem der Académie Mont-Réal wurde das Ankerkreuz des Ordre Equestre du Saint-Sauveur de Mont-Réal und die große Colane wie sie vom Generalmeister des Ordens getragen wird übernommen, ergänzt durch drei Ketten.
Die Akademie wurde viele Jahre betrieben und hatte sich auf verschiedene Länder ausgebreitet. Sie erlosch aber aufgrund der Vorwehen des Ersten Weltkrieges, dessen dunkle Jahre für die Kunst nicht förderlich waren, an erster Stelle im Jahre 1910 in Frankreich und Italien.
Der erste Versuch zu einer Wiederbelebung wurde bereits 1980 unter der Schirmherrschaft des Priorats Belgien unternommen, mit einem Nachwuchsschreibwettbewerb für Jugendliche. Der erste Preis war damals eine Kulturreise für eine Woche nach Paris.
Die aktuelle Wiederbelebung wurde anläßlich der Eröffnung des Museums des Ordre Equestre du Saint-Sauveur de Mont-Réal auf der Burg Querfurt in Anwesenheit des Bürgermeisters a. D. der Stadt und mit Vertretern des Landtages formal besprochen. Heute besteht die Akademie an ihrem neuen Standort auf der Burg Querfurt unter der Leitung des Generalpriors von Deutschland und dessen Adjutanten.